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Brouzes holt den jährlichen Sieg beim Frankreich Cup für Auber 93

Niels Brouzes, welches die Schale gewinnt

Das französische Continental Team Auber 93, das bis 2002 unter der Sponsorschaft von BigMat an der Tour de France teilnahm, hat es sich inzwischen zur Gewohnheit gemacht, jährlich eines der 15 Rennen des Frankreich-Cups zu gewinnen. Nach Tristan Valentin beim Tro Bro Léon 2005 und Emilien-Benoît Bergès letztes Jahr in Villers-Cotterêts, hat diesmal der 26-jährige Niels Brouzes bei der Tour du Finistère seinen ersten Pro-Sieg für die Mannschaft geholt.

„Es ist toll", so Brouzes. „Ich habe psychologisch auf diesen Moment hin trainiert. Wenn man nicht glaubt, dass man gewinnen kann, schafft man es nie. Am Donnerstag bin ich mit dem Gedanken gefahren, dass ich gewinnen würde. Ich habe in meinem Leben viele Opfer gebracht, um das Leben eines Radsportlers führen zu können. Und es ist ein toller Job, wenn es ans Gewinnen geht!".

Brouzes, der Großeltern hat, die aus der Ukraine und Norwegen kamen (was erklärt, warum er einen dänischen Vornamen hat, obwohl er ein waschechter, in Drancy geborener Franzose ist), kam nicht als Radsportler zur Welt, sondern war in seiner Jugend ein ausgezeichneter Tennisspieler. Bei internationalen Turnieren trat er sogar gegen Juan Carlos Ferrero an, bevor er sich entschloss, zum Radsport zu wechseln und damit in die Fußstapfen seines Vaters Jean Marcel zu treten, der Frankreich 1976 bei den Olympischen Spielen in Motreal vertrat, aber nie ein ProTour-Fahrer war.

Brouzes war ein guter Bahnfahrer und ein Spezialist im Zeitfahren als er das Chrono des Herbiers (heute Chrono des Nations“) in der U23-Kategorie gewann. „Bei Auber 93 kann ich jedoch nicht spezifisch als Zeitfahrer arbeiten“, so Brouzes. „ Ich musste anders trainieren, um so bergauf zu fahren, wie ich es gestern im Beisein von Weltklassefahrern wie Thomas Voeckler und Pierrick Fedrigo tat."

Das letzte Rennen, das er gewann, war eine Etappe der UCI2.2-Tour de la Manche 2005. „Ich werde jedes Jahr besser”, fügte der Radsportler hinzu, der seine Karriere 2002 bei BigMat-Auber startete. „Ich nähere mich langsam dem Niveau, das ich seit Jahren anstrebe."

Yann Huguet vom Team Cofidis, der von der Bordeaux-Weinroute zwischen Pauillac und St-Estèphe kommt, ist diesen Monat sehr erfolgreich. „Ich wollte meinem Team für die ganze tolle Arbeit danken, die vorher geleistet wurde“, meinte er bescheiden, nachdem er den zweiten Platz hinter Brouzes belegte hatte. Er wurde bereits Dritter bei der Route Adélie vor zwei Wochen und schaffte es ebenso in die Führergruppe beim Paris-Camembert. Ein Franzose, von dem man in Zukunft noch einiges erwarten kann.

Huguet ist der beste junge Fahrer des Frankreich-Cup, bei dem zur Zeit Rémi Pauriol in Führung liegt. Letzterer war frustriert, die Tour du Finistère nur als vierter abgeschlossen zu haben. Das verdankte er einem Krampf, der ihm beim letzten Sprint daran hinderte, in die Vollen zu gehen.

Ablauf des Rennens
Nach mehreren gescheiterten Ausbruchversuchen gelang es Giovanni Bernaudeau (Bouygues Telecom), Benoît Poilvet (Crédit Agricole), Maryan Hary (Cofidis), Mickaël Delage (Française des Jeux), Blaise Sonnery (Ag2r), Florian Morizot (Auber 93), Piotr Zielinski (Bretagne-Armor Lux), Ramuntxo Garmendia (Flanders) und Koji Fukushima (Nippo Meitan), nach 42 km auszureißen. Sie erzielten einen Vorsprung von 44 Sekunden bei 70 km, wurden aber 2 km weiter schon vom Hauptfeld eingeholt.

Pierrick Fedrigo (Bouygues Telecom), Amaël Moinard (Cofidis) und Julien Loubet (Ag2r) gingen in Führung, und hinter ihnen bildete sich eine Gruppe von 40 Fahrern. In der letzten Runde startete ein weiteres Rennen, als noch 45 km zu fahren waren. Yoann Le Boulanger (Bouygues Telecom) startete seinen ersten Angriff. Jérémy Roy (Française des Jeux) und Andrey Klyuev (Moscow Stars) kamen ihm zu Hilfe, aber da bildete sich eine neue Frontgruppe unter der Initiative der Fahrer Anthony Charteau, Rémi Pauriol und Benoît Poilvet vom Crédit Agricole.

Knapp 40 km vor dem Ziel entschied sich Le Boulanger für einen erneuten Alleingang. In einem Überquerungsversuch hängte sich sein Teamkollege Thomas Voeckler an jedes einzelne Rad, das er erwischte. Erst im letzten Stück, 5 km vor dem Ziel, wurde der Bouygues Telecom-Fahrer Le Boulanger eingeholt. Aus der Verfolgergruppe griff Niels Brouzes (Auber 93) an, als es bergab ging. Yann Huguet (Cofidis) war ihm dicht auf den Fersen. Klyuev startete einen Gegenangriff, dicht gefolgt von Pauriol. Diese beiden mussten aber zuviel Energie darauf verwenden, das Führerduo einzuholen.

Brouzes unternahm einen Sprint von hinten und holte sich seinen ersten ProTour-Sieg. Damit tat er es Simon Gerrans und Sergey Kolesnikov gleich, die den Event bei den letzten beiden Veranstaltungen gewonnen hatten.

Resultate - 188km

1 Niels Brouzes (Fra) Auber 4.20.19 (43.332 km/h)
2 Yann Huguet (Fra) Cofidis
3 Andrey Klyuev (Rus) Moscow Stars
4 Rémi Pauriol (Fra) Crédit Agricole
5 Benoît Vaugrenard (Fra) Française Des Jeux 0.05
6 Alexandre Usov (Blr) Ag2r Prévoyance
7 Yukiya Arashiro (Jpn) Nippo Corporation - Meitan Honpo Co LTD - Asada
8 Cyril Gautier (Fra) Bretagne-Armor Lux 0.11
9 Anthony Charteau (Fra) Crédit Agricole
10 David Moncoutié (Fra) Cofidis

(Durch Jean-François Quénet für cyclingnews)
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